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Autonomer Lkw Vera von Volvo Trucks
Autonomer Lkw Vera von Volvo Trucks
Seit einiger Zeit im Probebetrieb: Die vollautonome Sattelzugmaschine Vera von Volvo Trucks
© Volvo Trucks
Studie: Autonome Lkw werden zum Gamechanger
DVZ Redaktion

Fahrerlos fahrende Lastwagen werden bald ein alltäglicher Anblick auf den Straßen sein. Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Berylls dürften sie schon 2030 etwa 10 Prozent des Lkw-Absatzes ausmachen. Einer der wichtigsten Treiber für diese Entwicklung sei, dass die Transportbranche mit dem Einsatz autonomer Lkw dem weltweit immer größeren Fahrermangel entgegenwirken könne. Zudem würden die Transportunternehmen dadurch rund ein Fünftel der Betriebskosten einsparen, schreibt der Berylls-Branchenexperte Steffen Stumpp in der jetzt veröffentlichten Studie „Autonomous Trucking: How disruptive Technology will redistribute value Pools“.

Allein in den USA dürften 2030 etwa 160.000 Lkw-Fahrer fehlen. Selbstfahrende Lastwagen seien der einzige Ausweg, um diesen Engpass zu überwinden. Zugleich machten Fahrerlöhne über 40 Prozent der Kosten aus – wenn nur jeder zehnte Schwerlastwagen in den USA autonom fahren würde, ließen sich demnach 25 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 24,5 Milliarden Euro) jährlich sparen. Der autonome Lkw sei „der ultimative Gamechanger“ und werde die Wertschöpfung in der Branche neu aufteilen, heißt es in der Studie.

Allein die fünf größten auf autonome Fahrsysteme spezialisierten Tech-Firmen in den USA – Waymo, TuSimple, Aurora, Embak und Plus – hätten im vergangenen Jahr 5,6 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Die Mehrheit dieser Tech-Firmen verkaufe die Technologie nicht als Zulieferer an die Lkw-Hersteller, sondern biete sie den Transporteuren als Dienstleistung gegen Gebühr an.

Bei geplanten Bruttogewinnmargen von 80 Prozent für die Tech-Firmen bleibe den Spediteuren und Flottenbetreibern immer noch eine Ersparnis zwischen 14 und 27 Prozent gegenüber den heutigen Gesamtkosten. Sie dürften zudem vom Wettbewerb der Tech-Firmen profitieren, heißt es in der Studie.

Die Lkw-Hersteller dagegen müssten sich für Partnerschaften öffnen, ihre Fahrzeuge und Software für die neue Technik fit machen und Entwicklungszeiten und Produktzyklen drastisch verkürzen.

Die Studie kann angefordert werden unter bennuehr@dvz.de

Dieser Artikel wurde von Sven Bennühr mit dpa-Material verfasst. Er ist exklusiv in der DVZ erschienen. Zum Angebot der DVZ

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