Lehrerin, Informatiker, Ärztin oder Maschinenbauer. Fragt man Schülerinnen und Schüler, in welchem Beruf sie sich gerne mit 30 Jahren sehen würden, sucht man nach Jobs wie „Speditionskauffrau“ oder „Lkw-Fahrer“ vergeblich. Die aktuellen Zahlen des DIHK bestätigen den Eindruck: Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der Neuverträge in der Transport- und Logistikbranche um ein Drittel geschrumpft – Tendenz weiter fallend.

Und jetzt? Teil einer möglichen Lösung könnten Ausbildungsprämien sein, meint meine Kollegin Susanne Landwehr. Aber reicht das aus? Sind es wirklich die krisengeplagten Unternehmen, die zwischen Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg einfach nicht mehr die Nerven haben, sich auch noch um den „Nachwuchs“ zu kümmern? Oder ist nicht viel mehr die Unsichtbarkeit vieler Logistikbereiche schuld an den niedrigen Ausbildungszahlen?

„Logistik? Aha, und was bedeutet das genau?“, lautet jedenfalls die häufigste Frage, die mir in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gestellt wird, wenn das Gesprächsthema wie so oft auf „den Job“ umschwingt. Eine Erfahrung, die auch Leonard Lüneburg, Bejta Jahic, Niklas Rodemer, Franziska Niedermair und Melina Duschl, Azubis bei Reichhart Logistik, gemacht haben: „Die Logistikbranche hat kein gutes Image. Das merken wir zum Beispiel, wenn wir im Freundeskreis darüber sprechen. Hier sollte mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, denn die Logistik bietet Möglichkeiten für verschiedene Interessenfelder. Das ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt.“

Vielleicht liegt die Verantwortung damit am Ende doch wieder bei den Logistikunternehmen selbst: Es ist an der Zeit, aus dem Schatten ins Licht zu treten und junge Menschen für die immerhin zukunftssichere Branche zu begeistern – angefangen bei den Schülerinnen und Schülern. Sei es über Social Media, auf Berufsinformationsmessen oder Projekttagen in den Schulen. Die Möglichkeiten für mehr Sichtbarkeit sind vielfältig – und dringend nötig. Denn: „Man kann nicht werden, was man nicht kennt“, kommentierte Andreas Schleicher, Bildungsdirektor der OECD, die Pisa-Studie 2018. Wo er Recht hat, hat er Recht.

Was sind eure Ideen, um die öffentliche Sichtbarkeit und das Image der Branche zu verbessern? Wie können Logistikunternehmen neue Azubis oder Studierende in ihre Unternehmen locken? Erzählt uns davon gerne in den Kommentaren über Instagram und LinkedIn oder schreibt mir eure Vorschläge per Mail an: amelie.bauer@dvvmedia.com

Ich freue mich auf eure Meinung!